Seele im Gleichgewicht" – tiefe Transformation oder teures Wohlgefühl?
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„Seele im Gleichgewicht" –
tiefe Transformation oder teures Wohlgefühl?

Wir haben das spirituelle Intensivcoaching von Mara Sonnfeld acht Wochen lang anonym begleitet – und waren am Ende überraschter, als wir es erwartet hatten.

Von der Coachingtester-Redaktion Veröffentlicht: Mai 2025 Testdauer: 8 Wochen Kosten: 12.000 €
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Mara Sonnfeld

Spirituelle Coach & Bewusstseinsbegleiterin · „Seele im Gleichgewicht" – 1:1-Intensivprogramm

Gesamtnote 6,5 / 10
Inhalt & Substanz 7,8 / 10
Preis-Leistung 3,5 / 10
Nachhaltigkeit 6,8 / 10
Transparenz 5,0 / 10

Worum geht es bei diesem Coaching?

Mara Sonnfeld verspricht mit „Seele im Gleichgewicht" ein achtwöchiges 1:1-Intensivprogramm für Menschen, die sich innerlich zerrissen, sinnlos oder von sich selbst entfremdet fühlen. Das Angebot richtet sich laut Website vor allem an Frauen zwischen 35 und 55, die „mehr als nur Erfolg" suchen – sprich: eine tiefere Verbindung zu sich selbst, zu ihrer Intuition und zu einem größeren Ganzen.

Im Paket enthalten sind wöchentliche 90-minütige Einzelsessions, ein digitales Begleitjournal, Zugang zu einer geschlossenen Telegram-Gruppe sowie vier sogenannte „Mondimpuls-Audios" – kurze Meditationssequenzen, die phasenweise freigeschalten werden. Der Preis: 12.000 Euro als Einmalzahlung oder 4 × 3.200 Euro in Raten.

Vor dem Coaching – die Ausgangssituation

Unsere Testerin – selbstständige Unternehmensberaterin, 41 Jahre, keine ausgeprägte spirituelle Vorgeschichte – buchte das Programm ohne Vorkenntnisse über Mara Sonnfeld. Sie beschrieb sich selbst als jemanden, der äußerlich gut funktioniert, innerlich aber seit Monaten in einer Art „lautlosem Erschöpfungszustand" lebt: keine Freude an Dingen, die früher bedeutsam waren, ein diffuses Gefühl von Sinnlosigkeit, wenig Bezug zu den eigenen Gefühlen.

Vorher
  • Chronische innere Leere trotz äußerer Stabilität
  • Kaum Zugang zu eigenen Gefühlen und Bedürfnissen
  • Starkes Grübeln, wenig Gegenwartsbewusstsein
  • Gefühl, im falschen Leben zu stecken
  • Skeptisch gegenüber spirituellen Konzepten
Nachher
  • Spürbar mehr Kontakt zu eigenen Empfindungen
  • Konkrete Klarheit über zwei zentrale Lebenswerte
  • Regelmäßige Meditationspraxis etabliert
  • Weniger Grübeln, mehr bewusste Entscheidungen
  • Offenere Haltung gegenüber Innenschau-Methoden

Was uns überzeugt hat

Mara Sonnfeld arbeitet methodisch sorgfältiger, als das Label „spirituelles Coaching" zunächst vermuten lässt. In den ersten beiden Wochen wurde kein esoterisches Vokabular bemüht – stattdessen kamen achtsamkeitsbasierte Techniken, Körperwahrnehmungsübungen und Wertearbeit zum Einsatz, die man ebenso in einem psychologisch fundierten Coaching finden würde. Das ist eine gute Wahl: Es holt skeptische Klientinnen ab, ohne sie zu überrumpeln.

Besonders hervorzuheben: Mara Sonnfeld hört außergewöhnlich gut zu. Unsere Testerin berichtete, dass sie erstmals in einem professionellen Setting das Gefühl hatte, nicht beraten, sondern wirklich begleitet zu werden. Die Sessions hatten selten eine spürbare Agenda – das Tempo bestimmte die Klientin. Für Menschen, die Kontrolle gewohnt sind, ist das ungewohnt effektiv.

Die Mondimpuls-Audios – zunächst mit Skepsis betrachtet – erwiesen sich als überraschend praktikable Kurzmeditationen. Kein esoterischer Überbau, sondern geführte Körper-Atem-Übungen von jeweils acht bis zwölf Minuten, die sich gut in den Alltag integrieren ließen.

„Ich bin nicht spiritueller geworden – aber ich kenne mich jetzt besser. Das hätte ich nach acht Wochen nicht für möglich gehalten."

Wo wir kritisch sind

Der Preis ist das größte Problem dieses Angebots. 12.000 Euro für acht Sessions à 90 Minuten zuzüglich digitaler Materialien – das ergibt selbst bei großzügiger Kalkulation keinen nachvollziehbaren Gegenwert. Zum Vergleich: Psychotherapie, die methodisch mindestens ebenso tiefgreifend arbeitet, kostet im Kassensystem einen Bruchteil davon. Mara Sonnfeld rechtfertigt den Preis auf Nachfrage mit „energetischer Investition" und „Commitment-Faktor" – Argumente, die wir als Verbraucherschutzredaktion nicht teilen.

Die Telegram-Gruppe war in den acht Wochen nahezu inaktiv. Vier Nachrichten von der Coach, kein strukturierter Austausch, keine Community im eigentlichen Sinne. Im Verkaufsgespräch wurde dieser Baustein als wesentlicher Programmpfeiler beworben. Das ist irreführend.

Zur Ausbildung von Mara Sonnfeld gibt es auf der Website keine konkreten Angaben. Auf direkte Nachfrage nannte sie eine Ausbildung zur systemischen Beraterin (240 Stunden), ein abgebrochenes Psychologiestudium und mehrere Retreats in Südostasien. Das ist eine ehrliche Antwort – aber keine, die proaktive Transparenz ersetzt. Wer 12.000 Euro investiert, sollte Qualifikationen nicht erfragen müssen.

Zuletzt: Manche Formulierungen auf der Website bewegen sich nahe an therapeutischen Versprechen, ohne dass eine therapeutische Zulassung vorliegt. Begriffe wie „Trauma-Integration" und „Heilung alter Wunden" werden verwendet, ohne dass der Kontext klar abgegrenzt wird. Das ist in dieser Branche leider kein Einzelfall – aber ein Warnsignal, das potenzielle Klientinnen kennen sollten.

Unser Urteil

Mara Sonnfeld ist keine Scharlatanin – das muss klar gesagt werden. Sie arbeitet mit echtem Feingefühl, methodischer Sorgfalt und einem aufrichtigen Interesse an ihren Klientinnen. Wer das nötige Budget mitbringt und gezielt nach einem ruhigen, nicht-direktiven Begleitformat sucht, kann hier wertvolle Impulse mitnehmen. Das Hauptproblem ist nicht die Qualität – es ist der Preis, der in keinem vertretbaren Verhältnis zum Leistungsumfang steht, kombiniert mit einer Außenkommunikation, die mehr Klarheit über Qualifikationen und Methoden schuldet. Empfehlung: Ja, unbedingt – aber nur mit einem Vorab-Gespräch, kritischen Nachfragen zur Ausbildung und dem Wissen, dass vergleichbare Impulse auch zu einem deutlich niedrigeren Preis zugänglich sind.

Hinweis: Dieser Test wurde vollständig anonym und ohne Wissen von Mara Sonnfeld durchgeführt. Alle Kosten wurden aus Community-Spenden finanziert. Mara Sonnfeld ist eine fiktive Person – dieser Artikel dient als Musterartikel für das Coachingtester-Format. Alle Bewertungen sind redaktionelle Einschätzungen ohne rechtliche Verbindlichkeit.